Strompreisentwicklung in Deutschland

Die guten Nachrichten zur Strompreisentwicklung 2023 und 2024 zuerst. Die Strompreise sinken in Deutschland deutlich. Der Strompreis für Neukunden beträgt aktuell 28,7 Cent pro kWh [Stand: 14.10.2023]. Auch für Bestandskunden zeigt sich der Trend bei der Entwicklung der Strompreise weiterhin abnehmend [aktuell 38,6 Cent|kWh]. Doch auch hier können Verbraucher weiter Einfluss auf die Entwicklung ihrer Strompreise nehmen. Ein Wechsel zu einem Alternativanbieter bietet derzeit ein Sparpotenzial von 35 Prozent.

Auf dieser Seite finden Sie aktuelle Informationen zur Entwicklung der Strompreise und alle Änderungen bei den Strompreisen für 2024.

Das Wichtigste zur Strompreisentwicklung

  • Die Strompreisbremse hat einen positiven Effekt auf die Entwicklung der Strompreise. Sie wurde bis 31. März 2024 verlängert und deckelt den Strompreis auf 40 Cent pro Kilowattstunde. Das gilt für 80% des bisherigen Jahresverbrauchs. Die weiteren 20% sowie die Grundgebühr werden nach Stromtarif abgerechnet.
  • Seit Jahresbeginn ist die Strompreisentwicklung an der europäischen Strombörse kontinuierlich rückläufig. Im September lag der Durchschnittspreis für eine Megawattstunde Strom im Großhandel bei 101 Euro. Im Vergleich dazu betrug der Preis vor einem Jahr noch 346 Euro.
  • Verbraucher können bei der Strompreisentwicklung optimistisch sein. Die Anzahl der Strompreiserhöhungen ist seit Januar rückläufig, und erste Stromanbieter senken die Strompreise bereits wieder.
  • Haushalte können wieder etwas gegen die Strompreisentwicklung tun. Inzwischen gibt es wieder günstigere Stromtarife, die weit unterhalb der Preisbremse liegen. Aktueller Strompreis: 28,7 Cent pro kWh. Das Sparpotenzial beim Wechsel zum Alternativanbieter beträgt aktuell 35 Prozent [Strompreisvergleich 14.10.2023]
  • Strompreisentwicklung in Zahlen: Der Strompreis für Haushalte war im 1. Quartal 2023 um 27% teurer als 2022, Stromerzeugerkosten sind um 72% gestiegen, Netzentgelte um 18%, Steuern und Abgaben sind um 14% gesunken
  • Der Staat bremst die Entwicklung der Strompreise. Preiserhöhungen sowohl beim kWh-Preis als auch beim Grundpreis sind 2023 nur eingeschränkt möglich [Missbrauchsverbot bei Strompreisbremse].

Strompreise aktuell: So viel kostet die Kilowattstunde

Strompreis 2023 Altverträge: 38,6 ct|kWh *
Strompreise aktuell Neuverträge: 28,7 ct|kWh **
Strompreis 2023 Preisdeckel: 40 ct|kWh ***
Preis Strombörse Sept: 101 €|MWh ****

Stand Juli 2023* Ø aller Haushalte in Deutschland, Wert aus Grundpreis & Arbeitspreis BDEW, ** Verivox, Check24 14.10.2023, *** für 80% des Stromverbrauchs, ****EPEX Spot
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Strompreis aktuell in Deutschland. So viel kostet die Kilowattstunde Strom [Oktober 2023]

Strompreisentwicklung 2024: Das ändert sich bei den Strompreisen

Trotz der aktuell positiven Strompreisentwicklung müssen sich Millionen Haushalte wieder auf höhere Stromreise für 2024 einstellen. Die Bundesregierung hat die Strompreisbremse bis 31. März 2024 verlängert. Beim Auslaufen der Strompreisbremse zum Ende des Jahres hätte sich Strom für einen 4-Personen-Haishalt um 3,9% pro Jahr verteuert. In der Grundversorgung wären die durchschnittlichen Stromkosten sogar um 8,7% gestiegen.

Dennoch können Stromkunden durch einen Anbieterwechsel von niedrigen Strompreisen profitieren. Neukunden zahlen aktuell nur noch 28,7 Cent pro Kilowattstunde [VGL. Preisbremse = 40 Cent]. Die Ersparnis liegt derzeit bei 35%.

Ein Preistreiber bei der Strompreisentwicklung 2024 sind die Netzentgelte. Die 4 großen deutschen Übertragungsnetzbetreiber [Amprion, 50Hertz, TenneT und TransnetBW] haben die bundeseinheitlichen Übertragungsnetzentgelte für 2024 veröffentlicht und diese werden dank eines Zuschuss der Bundesregierung in Höhe von 5,5 Milliarden Euro nahezu unverändert bleiben [+2%]. Aber im nachgelagerten Verteilnetz stehen die Zeichen für viele Regionen auf Anstieg. Besonders stark steigen die Kosten für den Stromtransport in Bayern und Thüringen. In den nordöstlichen Lädern Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern sinken die Preise hingegen.  Inn Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein, gibt es nur geringfügige  Änderungen. Wir informieren zeitnah darüber wie stark der Strompreis 2024 steigen wird, sobald die entgültigen Netzentgelte vorliegen.

Entwicklung der Strompreise: Hintergrund, Anstieg & Prognose

Strompreisentwicklung bis 2023 Chart
Grafik: 10 Jahre Strompreisentwicklung in Deutschland

Die Strompreise in Deutschland haben im 1. Quartal 2023 den Rekordwert von 46,9 Cent pro Kilowattstunde erreicht und befinden sich nun wieder im Abwärtstrend. Ende September lag der durchschnittliche Strompreis für Haushaltskunden bereits wieder bei 39,6 Cent|kWh bei Bestandsverträgen. Die Kilowattstunde für Neukunden kostet derzeit durchschnittlich 30,4 Cent.

Dazu beigetragen haben die Strompreisbremse und sinkende Preise im Großhandel.

Beim Thema Strompreisentwicklung vermissen die meisten Verbraucher klare Antworten. Sie wissen nicht, was auf sie zukommt, warum der Strom so teuer ist und ob Strom 2024 wieder billiger wird. Auch die Strompreisbremse sorgt für Verwirrung. Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Erhöhung der Strompreise 2023. Die Entwicklung bisher:

Obwohl fast alle Stromversorger bereits im Laufe des vergangenen Jahres die Preise erhöht hatten, wurden zum Jahreswechsel in weiteren 608 Fällen die Strompreise erhöht. Im Schnitt betragen die Preiserhöhungen 60% und betreffen knapp 7,4 Millionen Haushalte. Das bedeutet für eine vierköpfige Familie eine zusätzliche Belastung von durchschnittlich 768 Euro pro Jahr bei einem Stromverbrauch von 4.000 kWh.

Die Entwicklung bei den Preiserhöhungen ist leicht rückläufig. Seit Januar 2023 haben 85 Stromanbieter ihre Preise für 4,9 Millionen Haushalte erhöht. Die Preisanpassungen liegen im Mittel bei nur noch 24%. Weil die Energiepreise im Großhandel zuletzt gefallen sind, kündigen im selben Zeitraum 102 Stromversorger Preissenkungen für ca. 3,3 Millionen Haushalte an. Diese liegen im Schnitt bei 5%.

In der Grundversorgung liegen noch 76% aller Stromtarife oberhalb der Preisbremse. Ein 4-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4.000 kWh wird in der Grundversorgung durch die Preisbremse im Schnitt um 172 € im Jahr entlastet.

Warum ist Strom so teuer geworden?

Entwicklung der Strompreise Börse 2022 2023
Deutsche Strompreise an der Börse EPEX Spot 14.10.2023

Den größten Einfluss auf die Strompreisentwicklung 2023 haben die Börsenstrompreise. Seit Beginn des Krieges in der Ukraine sind die Strompreise im Großhandel stark gestiegen, denn der Mangel an Erdgas trieb die Einkaufspreise an den Strombörsen in utopische Höhen [Warum?]. Die Megawattstunde kostete in der letzten Augustwoche 2022 im Schnitt 586 € [= 58,6 Cent|kWh].
Die enorm gestiegenen Großhandelspreise spiegelten sich mit leichter Verzögerung auch in den Strompreisen für Verbraucher wieder. Die Folge waren deutschlandweite Preiserhöhungen von über 60%.
Durch die sich entspannende Situation am Gasmarkt sinken parallel dazu die Strompreise an der Börse wieder. Auch die kontinuierlich steigende Einspeisung aus Erneuerbaren Energien führt zu Entspannung an der Strombörse. Die durchschnittlichen Strompreise am Strommarkt waren in der ersten Juniwoche 2023 mit 63 Euro pro Megawattstunde  im Vergleich zum Juni 2021 [66 €] deutlich niedriger. Markt-Analysten sehen daher bei der Strompreisentwicklung 2023-2024 ein stabileres Preisniveau mit leichtem Abwärtstrend.

Interaktives Chart: Preisentwicklung an der Strombörse 2021, 2022, 2023 EPEX SPOT

Merit Order. Was hat der Gaspreis mit dem Strompreis zu tun?

Mit dem Anstieg der Gaspreise steigen auch die Kosten für die Stromerzeugung in Gaskraftwerken. Doch die extremen Preissprünge am Strommarkt liegen am Merit-Order-Verfahren, nach dem die Strompreise im Stromgroßhandel entstehen. Das Kraftwerk mit den höchsten Erzeugerkosten, das noch gebraucht wird, um den Strombedarf zu einem bestimmten Zeitpunkt zu decken, bestimmt den Strompreis. Alle anderen Anbieter [Kohle, Atom, Öko…] bekommen denselben Preis, auch wenn sie den Strom viel günstiger produzieren können. Ja, durch diese Regelung entstehen die hohen Preise.

Warum sinkt der Strompreis für Verbraucher so langsam?

Die Preisanstiege am Strommarkt im vergangenen Jahr waren extrem. Sowohl für kurzfristig benötigte Strommengen als auch für Strom, der für 1-2 Jahre im Voraus eingekauft wird. Die meisten Stromanbieter [insbesondere Grundversorger] mussten die heftigen Preisspitzen zwar nicht 1:1 an ihre Kunden weitergeben, weil sie eine langfristige Beschaffungsstrategie verfolgen und noch günstigere Strommengen vorrätig hatten. Doch diese Einkaufsstrategie ist auch der Grund, weshalb sie die aktuellen Preissenkungen nicht sofort berücksichtigen können. Alternative Stromanbieter mit kleinerem Kundenstamm können flexibler reagieren und jetzt durch sinkende Großhandelspreise bessere Neukundenangebote machen.

Für Verbraucher, die etwas gegen ihre hohen Strompreise unternehmen wollen, lohnt sich ein genauer Blick in den Vergleichsrechner, denn im Schnitt kostet 1 kWh Strom aktuell 30,4 Cent für Neukunden. Vorsicht bei Discounter-Schnäppchen!

Strompreisentwicklung: Wie funktioniert die Strompreisbremse?

Ab März und rückwirkend für Januar und Februar gilt die Strompreisbremse. Mit der Strompreisbremse werden 80% des bisherigen Stromverbrauchs auf einen Arbeitspreis von 40 Cent pro Kilowattstunde gedeckelt, inklusive Steuern und Abgaben. Alles was darüber liegt, rechnet  der Stromanbieter zum vertraglich vereinbarten Strompreis ab. Der monatliche Grundpreis ist nicht inbegriffen.

Diese Maßnahme der Bundesregierung soll die Haushaltskasse entlasten und hat sich bereits positiv auf die Strompreisentwicklung für Endverbraucher ausgewirkt. Der Staat zahlt die Differenz zwischen dem Vertragspreis und der Preisbremse an den Stromanbieter. Dieser muss den Rabatt automatisch weitergeben, monatlich abrechnen und auch den Abschlag anpassen korrigieren. Ein Haushalt in der Grundversorgung mit einem Stromverbrauch von 4.000 kWh im Jahr wird durch die Preisbremse im Schnitt um 172 € im Jahr entlastet.

Weitere Informationen zur Entwicklung gibt es bei der Verbraucherzentrale: Strompreisbremse, Härtefallfonds: FAQ zur Energiekrise

Was tun gegen die Strompreisentwicklung?

Die meisten Haushalte haben die Strompreisentwicklung der vergangenen 12 Monate zu spüren bekommen. Viele Verbraucher sind zum Grundversorger gewechselt, weil diese zwischendurch niedrigere Preise anboten. Doch mittlerweile bieten auch die alternativen Stromanbieter wieder günstige Stromtarife an. Laut Meldungen der Stromvergleichsportale lagen Ende August mehr als 88% der angebotenen Stromtarife unterhalb der Preisbremse. Der Wechsel aus der nun teureren Grundversorgung zu einem der 10 günstigsten Alternativanbieter würde zusätzlich zur Preisbremse noch 409 € Ersparnis bringen [bei 4.000 kWh Stromverbrauch/Jahr]. Lassen Sie sich die Liste aller günstigen Tarife für Ihren Wohnort anzeigen.

Prognose zur Entwicklung der Strompreise

Wird Strom in den kommenden Jahren noch teurer, wie sehen die Prognosen für die künftige Entwicklung der Strompreise aus und was sind die entscheidenden Faktoren?

Prognose Strompreisentwicklung 2023 und 2024

Ein überdurchschnittlich milder Winter und die gesicherte Versorgung mit Flüssigerdgas sorgten im ersten Quartal für eine Entspannung an den europäischen Großmärkten für Energie. Auch die Wiederinbetriebnahme etlicher französischer Kernkraftwerke nach sehr langwierigen Wartungsarbeiten trug zur Preisstabilisierung bei. Wegen der Fertigstellung deutscher LNG-Terminals rechnen Marktexperten mit einer weiteren Entspannung. Auch das Bundeswirtschaftsministerium erwartet eine Normalisierung des Strommarkts im zweiten Halbjahr 2023.
Fazit:  Entscheidend für die Strompreisentwicklung und weiterhin sinkende Strompreise 2023 und 2024 ist eine Stabilisierung am Gasmarkt. Reaktormängel in Frankreich bleiben ebenso ein Risikofaktor für die Strompreisentwicklung in den nächsten Jahren.

Wird Strom in Zukunft wieder billiger?

Die Strompreisentwicklung wird momentan stark vom europäischen Großhandelspreis getrieben. Doch die Zukunft der Strompreise ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Infolge der gestiegenen Nachfrage nach Strom sowohl in der Industrie als auch bei Privatpersonen ist davon auszugehen, dass die Preise steigen werden, sofern das Angebot konstant bleibt.

Doch ein stärkerer Ausbau erneuerbarer Energien wie Solar- und Windkraft trägt dazu bei, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern und damit die Kosten für Strom zu senken. Die Strompreisentwicklung ist ebenfalls vom technologischen Fortschritt im Bereich der Energieerzeugung und -speicherung abhängig. Effizientere Methoden zur Stromgewinnung und Speicherung zu entwickeln, wird sich positiv auf den Preis auswirken.

Strompreisentwicklung in Europa: Wo steht Deutschland?

Die Strompeisentwicklung verläuft in den einzelnen Ländern der Europäischen Union sehr unterschiedlich. Laut der europäischen Statistikbehörde Eurostat lag der durchschnittliche Strompreis für Haushaltskunden Ende 2022 in Europa bei 30,9 Cent je Kilowattstunde. Die Unterschiede zwischen den EU-Ländern sind groß. So wurden mit 9,8 Cent in Ungarn die niedrigsten Strompreise gezahlt und in Dänemark mit 61 Cent die europaweit höchsten Strompreise. Deutschland – ehemals Spitzenreiter – lag mit 37,4 Cent pro kWh im oberen Mittelfeld. Mehr zur Strompreisentwicklung in Europa

Aktuelle Strompreis-Angebote 2023
1.600
2.400
3.200
4.000
Eigener Verbrauch
kWh

News zur Strompreisentwicklung

Sinkflug bei Strompreisen - Wechsel lohnt sich

[25.07.2023 ]Die Strompreise sind derzeit auf einem historischen Tiefstand. Es ist daher die beste Zeit, über einen Wechsel zu Alternativanbietern nachzudenken. Die aktuellen Strompreise bieten besonders Neukunden eine fantastische Möglichkeit zu sparen, denn die haben mittlerweile wieder das Niveau vor der Krise erreicht. Für eine durchschnittliche Familie mit einem Stromverbrauch von 5.000 kWh pro Jahr kann der Wechsel zu alternativen Stromanbietern eine erhebliche Ersparnis bedeuten. Während sie beim Grundversorger im Durchschnitt 2.369 Euro zahlen, können sie durch den Wechsel rund 836 Euro einsparen. Mit den Alternativversorgern müssen Sie für dieselbe Menge Strom im Durchschnitt nur etwa 1.533 Euro anstatt der üblichen 2.369 Euro bezahlen. So sparen Sie deutlich Kosten

Strompreise, Anbieterwechsel Check24

Netzentgelte könnten Strompreise wieder steigen lassen

[09.06.2023] Die Bundesnetzagentur möchte die Eigenkapitalverzinsung der Netzbetreiber ab 2024 von 5,07 % auf 7,09 % erhöhen, damit diese eine höhere Rendite erwirtschaften können, um die das nötige Kapital in Netzausbau investieren zu können. Mit steigendem Eigenkapitalzins dürften aber auch die Netzentgelte für Strom und Gas steigen und das könnte wieder steigende Preise für Verbraucher bedeuten. wie stark sich diese Maßnahme auf die Strompreise 2024 auswirkt, ist derzeit noch unklar.

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Rückblick: Strompreisentwicklung in Deutschland seit 2000

Der durchschnittliche Strompreis für Privathaushalte in Deutschland ist seit dem Jahr 2000 von 13,94 auf 46,91 Cent pro Kilowattstunde in 2023 gestiegen. Das entspricht einer Steigerung von 37% beziehungsweise 10% pro Jahr. Der größte Preissprung waren im letzen Jahr zu verzeichnen. Von 2022 bis 2023 ist der durchschnittliche Strompreis für Verbraucher um 26% von 37,14 auf 46,91 Cent gestiegen. In diesen 46,91 Cent sind die Kosten für Stromerzeugung, Netzentgelte, sowie alle Steuern und Abgaben enthalten.

Die Steuern, Abgaben und Umlagen haben sich seit 2000 mehr als verdoppelt [von 5,19 auf 12,57 Cent] und machen 2023 als Kostenblock „staatlichen Belastungen“ 27% des Strompreises aus. Auf Netzentgelte entfallen 20% und die verbleibenden 53% bekommt der Stromanbieter für die Bereitstellung der Energie. Dieser Kostenblock ist im vergangenen Jahr um 79% gestiegen.

Strompreisentwicklung Deutschland 10 Jahre

Jahr
Strompreis Cent/kWh
Steuern, Abgaben, Umlagen
Netz- entgelte
Strom- erzeugung
202346,9127%20%53%
202237,1439,3%21,8%38,9%
202131,8951,4%24,5%24,1%
202031,4752,4%25,1%22,4%
201930,4352,5%24,3%23,2%
201829,4254,3%24,7%21%
201729,1655%26%19%
201628,7054%24%22%
201528,8052%23%25%
201429,1452%23%25%

Entwicklung des Strompreises im 10-Jahres-Verlauf

Die Strompreisentwicklung hat in den letzten 2 Jahren an Fahrt aufgenommen. Obwohl der Strompreis für Haushalte in Deutschland in den letzten 10 Jahren fast jedes Jahr gestiegen ist, sind die Preisanstiege der letzten zwei Jahren besonders signifikant. In den vergangenen Jahren waren die Preiserhöhungen in der Regel eher im einstelligen Prozentbereich angesiedelt, doch ab 2022 gab es deutliche Kostensteigerungen von 16% und 27%.

Die Strompreise für private Verbraucher in Deutschland waren Anfang 2023 so hoch wie nie zuvor. Zahlten Haushalte 2021 im noch Schnitt 31,89 Cent pro Kilowattstunde, sind es Anfang des Jahres bereits 46,91 Cent. Hauptgrund für den Anstieg von 47% sind die stark gestiegenen Beschaffungskosten. Die Nachfrage nach Energie stieg mit dem Ende der Coronabeschränkungen. Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine verteuerte sich die Kosten der Stromerzeugung aus Gas und Kohle, was sich in extremen Preissprüngen an den Strombörsen widerspiegelte. Nun hat nicht jede Preisschwankung an der Börse Einfluss auf den Verbraucherpreis, doch die Probleme am Energiemarkt führten bereits jetzt zu einem Preisanstieg für den Kostenblock „Strombeschaffung und Vertrieb“ von 222%. Berechneten die Versorger im Januar 2021 noch 7,70 Cent für die Kilowattstunde, waren es zu Jahresbeginn 2023 bereits 24,82 Cent.

Strompreisentwicklung bis 2023 Chart Grafik: Strompreisentwicklung in Deutschland: Chart 10 Jahre bis 2023

Tabelle: Entwicklung der Strompreise, 10 Jahre [bis 2023]

Bestandteile des Strompreises2014201520162017201820192020202120222023
Beschaffung, Vertrieb7.387.056.265.716.207.097.517.7014.4024.82
Netzentgelt6.636.747.017.517.297.397.757.808.089.52
Steuern15.1314.9115.5316.0615.9715.9816.5516.3914.5912.57
Mehrwertsteuer4.654.584.604.674.714.865.085.095.927.49
Konzessionsabgabe1.661.661.661.661.661.661.661.661.661.66
EEG-Umlage6.246.176.356.886.796.416.763.723.72
KWK-Aufschlag0.180.250.450.440.350.280.230.250.380.36
StromNEV-§190.090.240.380.390.370.310.360.430.440.42
Offshore-Netzumlage0.25-0.050.04-0.030.040.420.420.400.420.59
AbLa Umlage0.010.010.010.010.010.010.01
Stromsteuer2.052.052.052.052.052.052.052.052.052.05
Summe29.1428.7028.8029.2829.4730.4631.8131.8937.0746.91

So setzt sich der Strompreis pro Kilowattstunde zusammen

Für private Haushalte setzt sich der Strompreis aus 3 Hauptkomponenten zusammen: Die erste umfasst die Erzeugerkosten oder die Kosten für den Einkauf von Strom. Den zweiten Kostenblock bilden Steuern, Umlagen und Abgaben. Der dritte Block , die sogenannten Netzentgelte, beinhaltet die Kosten für den Transport und die Messung des Stroms.

Der Stromversorger kümmert sich nicht nur um die Abrechnung von Umlagen, Steuern und Entgelten beim Verbraucher, sondern leitet auch die Einnahmen weiter. Diese fließen sowohl in die Staatskasse als auch an die Netzbetreiber und Messstellenbetreiber. Der Versorger behält ausschließlich die Kosten für die Strombeschaffung.

In den vergangenen Jahren lag der Kostenbereich Strombeschaffung eher bei 20-25% des Strompreises, doch die hohen Einkaufspreise an der Strombörse ließen die Kosten bereits im letzten Jahr sprunghaft steigen. Heute entfällt etwa die Hälfte des Strompreises auf Beschaffung und Vertrieb.
Strompreisentwicklung und Kostentreiber: In den kommenden Jahren [2023 – 2024] wird der Stromeinkauf voraussichtlich weiterhin den der größte Kostenblock bleiben. Zusätzlich ist damit zu rechnen, dass die Netzentgelte für Strom in Zukunft deutlich ansteigen werden.

Netzentgelte beeinflussen die Strompreisentwicklung stärker

Die Netzentgelte, die Gebühren, die für die Nutzung des Stromnetzes erhoben werden sind zum Jahreswechsel 2023 um knapp 18% Prozent gestiegen, was sich auch in höheren Preisen niederschlägt und die Strompreisentwicklung nachhaltig beeinflusst. Diese Gebühren machen insgesamt einen Anteil von rund 20% an der Gesamtzusammensetzung des Strompreises aus. Die Netzentgelte variieren je nach Region und sind im Norden des Landes besonders hoch.

 

Strompreiszusammensetzung 2023

PreisbestandteilPreis pro kWhProzent
Stromerzeugung24,82 ct53%
Netzentgelte9,52 ct20%
Steuern und Abgaben12,57 ct27%
im Detail
Stromsteuer2,05 ct4,2%
Mehrwertsteuer7,49 ct16%
Sonstige Abgaben: KWK, § 19, AbLa -,3,03 ct6,3%

Alles zur Strompreiszusammensetzung 2023

Aktuelle Strompreise in Deutschland
1.600
2.400
3.200
4.000
Eigener Verbrauch
kWh

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