Strommix - Stromhandel [Import vs. Export] 2025
Für den deutschen Stromverbauch gilt auch 2025: Die Energiewende endet nicht an der Landesgrenze, denn Deutschlands Stromversorgung ist eng mit den Nachbarländern verflochten. Zwar verfügt die Bundesrepublik rechnerisch über ausreichend Kraftwerkskapazitäten, dennoch blieb sie Nettoimporteur von Strom.
Insgesamt importierte Deutschland rund 76,2 Terawattstunden (TWh) Strom und exportierte 54,3 TWh. Daraus ergibt sich ein Importüberschuss von etwa 21,9 TWh – 6,4 TWh weniger als im Vorjahr.
Auffällig ist allerdings der Wandel bei den wichtigsten Herkunftsländern. Noch im Vorjahr war Frankreich der zentrale Stromlieferant für Deutschland. 2025 jedoch übernahm Dänemark diese Rolle, gefolgt von Frankreich, den Niederlanden und Norwegen. Auf der Exportseite lieferte Deutschland vor allem Strom nach Österreich, Tschechien, Luxemburg und Polen.
Der sogenannte Stromaustauschsaldo – also die Differenz aus Importen und Exporten – lag damit 2025 bei rund 22 TWh zugunsten der Importe.
| Rang | Importland | Strommenge 2025 |
|---|---|---|
| 1 | Dänemark | 12,4 TWh |
| 2 | Frankreich | 11,2 TWh |
| 3 | Niederlande | 8,4 TWh |
| 4 | Norwegen | 7,0 TWh |
| 5 | Belgien | 2,9 TWh |
| 6 | Schweden | 2,4 TWh |
| Rang | Exportland | Strommenge 2025 |
|---|---|---|
| 1 | Österreich | 12,2 TWh |
| 2 | Tschechien | 4,2 TWh |
| 3 | Luxemburg | 3,5 TWh |
| 4 | Polen | 3,4 TWh |
Eine zentrale Frage bleibt: Aus welchen Quellen stammt der importierte Strom eigentlich? Eine exakte Zuordnung ist technisch nicht möglich. Um dennoch eine Annäherung zu ermöglichen, lassen sich Importmengen mit dem durchschnittlichen Strommix der Herkunftsländer zu dem Zeitpunkt verrechnen.
Diese Methode liefert Schätzwerte, keine exakten Herkunftsnachweise. Sie berücksichtigt zudem nicht, dass Strom in einigen Ländern selbst zuvor importiert worden sein kann. Auf Basis von Recherchen des NDR unter Verwendung von Daten des Fraunhofer-Instituts ergibt sich für 2025 folgendes Bild: 55 % des importierten Stroms stammten aus erneuerbaren Energien (rund 12,1 TWh), 13 % entfielen auf fossile Energiequellen und 23 % kamen aus Atomkraft.
Damit wurde knapp ein Viertel des importierten Stroms atomar erzeugt – vor allem aus Frankreich.
| Monat/Energiequelle | Erneuerbar | Atomkraft | Sonstige | Fossil |
|---|---|---|---|---|
| 1 | 0,35 TWh | 0,08 TWh | 0,01 TWh | 0,07 TWh |
| 2 | 0,91 TWh | 0,13 TWh | 0,11 TWh | 0,35 TWh |
| 3 | 1,17 TWh | 0,29 TWh | 0,19 TWh | 0,38 TWh |
| 4 | 1,41 TWh | 0,62 TWh | 0,17 TWh | 0,36 TWh |
| 5 | 1,06 TWh | 0,48 TWh | 0,19 TWh | 0,12 TWh |
| 6 | 0,75 TWh | 0,28 TWh | 0,08 TWh | 0,05 TWh |
| 7 | 1,7 TWh | 0,77 TWh | 0,26 TWh | 0,32 TWh |
| 8 | 1,57 TWh | 1,02 TWh | 0,37 TWh | 0,43 TWh |
| 9 | 1,04 TWh | 0,51 TWh | 0,16 TWh | 0,17 TWh |
| 10 | 0,07 TWh | 0,03 TWh | 0 TWh | 0,01 TWh |
| 11 | 1,31 TWh | 0,58 TWh | 0,17 TWh | 0,42 TWh |
| 12 | 0,79 TWh | 0,31 TWh | 0,05 TWh | 0,27 TWh |
| Gesamt | 12,13 TWh | 5,1 TWh | 1,77 TWh | 2,96 TWh |
| Prozent | 55,25 % | 23,22 % | 8,07 % | 13,46 % |
Der europäische Stromhandel folgt primär einem Prinzip: dem Preis. Strom wird dort gekauft, wo er gerade am günstigsten ist. Importiert wird meist nicht aus Mangel, sondern aus ökonomischer Rationalität.
Zwar kann Deutschland seine Nachfrage grundsätzlich selbst decken, doch Gas- und Kohlekraftwerke sind im Betrieb oft teurer als Strom aus Windkraft in Dänemark oder Wasserkraft aus Norwegen. Für Versorger ist der Import daher Ost die günstigere Option.
Deutschland importierte 2025 weniger Strom als im Vorjahr, blieb jedoch klar Nettoimporteur. Ein erheblicher Teil des importierten Stroms war erneuerbar, doch Atomstrom spielte weiterhin eine relevante Rolle. Entscheidend ist dabei weniger die energiepolitische Debatte als die nüchterne Marktlogik: Der Stromhandel folgt dem Preis..