Hier ist Strom in der EU am teuersten

Strompreise Europa: Was Strom in der EU kostet.

Entwicklung der Strompreise in Europa bis 2023, EU-Vergleich für 10 Jahre

Strompreise Europa Karte 2023

Die Strompreise in Europa kennen seit Jahren nur den Trend nach oben, wobei die Preise nach dem russischen Angriff auf die Ukraine in einigen Ländern viel schneller gestiegen sind als im Rest Europas. Das führt zu immer größeren Preisunterschieden in der EU. So kostete im 1. Halbjahr 2023 die Kilowattstunde Strom in Bulgarien 11,4 Cent und in Deutschland mit 41,2 Cent fast vier Mal so viel. Doch in einigen Ländern haben die Strompreise noch viel stärker angezogen, sodass Deutschland seine langjährige Spitzenposition als teuerstes Stromland in der EU verloren hat.

Das Dossier beleuchtet die Entwicklung der Strompreise in Europa 2023 für private Verbraucher auf Basis der Daten des europäischen Statistikamtes Eurostat. Wir geben einen Ausblick auf die Entwicklung in den Ländern während der Energiekrise und erklären, warum die Strompreise in Deutschland so rasant gestiegen sind.

Aktualisierung 07.02.2024

Fakten: Wie hoch sind die aktuellen Strompreise in Europa?

  • Der durchschnittliche Strompreis in Europa im 1. Halbjahr 2023 lag bei 28,9 Cent je Kilowattstunde.
  • Die höchsten Strompreise für private Haushalte in Europa im Jahr 2023 wurden in den Niederlanden [47,5 Cent pro kWh] und die niedrigsten Strompreise in Bulgarien [11,4 Cent] gezahlt.
  • Der stärkste Anstieg der Strompreise wurde in den Niederlanden [252 %] gemeldet. Der stärkste Rückgang wurde in Spanien beobachtet [-46 %], was auf Änderungen bei Steuern, Gebühren und Subventionen zurückzuführen ist.
  • Die Strompreise für europäische Gewerbe und Unternehmen waren 2023 in Rumänien am höchsten [38 Cent pro kWh] und auf Island am niedrigsten [9 Cent].

Aktuelles: Strompreise in Deutschland im Sinkflug

Die Strompreise in Deutschland sind im Juli 2024 auf einen neuen Tiefstand gefallen. Neukunden zahlen im Bundesmittel nur noch 25,5 Cent pro Kilowattstunde [kWh] und damit weniger als vor dem Ausbruch der Energiekrise. Die Grundversorgung ist mit 35,9 Cent je kWh im Vergleich dazu noch sehr teuer.
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Strom in Europa: Länder mit den höchsten Strompreisen

Die Länder mit den höchsten Strompreisen in Europa waren 2023 Niederlande, Belgien und Rumänien.

Viele Jahren gaben Verbraucher in Deutschland am meisten Geld für ihren Strom aus, doch dieser Spitzenplatz geht 2023 an die Niederlande. Dort zahlten private Stromkunden im 1. Halbjahr 47,5 Cent pro Kilowattstunde und damit 64 % über dem über dem EU-Durchschnittspreis. Platz 2 und 3 im EU-Strompreis-Ranking gehen an Belgien [43,5 ct] und Rumänien [41,9 ct]. Deutschland [41,2 ct] und Dänemark [38,1 ct] belegen Platz 4 und 5 der teuersten Stromländer Europas. Italien folgt auf Platz 6 mit 37,8 Cent pro Kilowattstunde.

Strompreise in Europa: Wo steht Deutschland?

Die deutschen Strompreise lagen 2023 mit 41,2 Cent pro Kilowattstunde 43 % über dem europäischen Durchschnitt von 28,9 Cent. Strom war hierzulande mehr als doppelt so teuer wie in Polen [17,7 ct]. Der europäischen Statistik zufolge zahlten Stromkunden in Deutschland 78 % mehr als ihre Nachbarn in Frankreich [23,2 ct]. In Österreich war der Strom mit 26,5 ct pro kWh 58 % günstiger als in Deutschland. In Tschechien mussten mit 32,1 ct fast 29 % weniger für Strom beszahlt werden.

Mehr für die Kilowattstunde zahlten die Nachbarn in Belgien [43,5 ct]. Den Spitzenplatz belegte die Niederlande, denn dort war der Strom mit 47,5 Cent pro Kilowattstunde am teuersten in der EU und 15 % teurer als in Deutschland.

Preisentwicklung: Wie hoch steigt der Strompreis 2024 in Deutschland?
Strompreise: Neukundentarife so günstig wie vor der Krise

Strompreise Europa Ranking

PlatzLandStrompreis 2023
1Niederlande47,5 ct/kWh
2Belgien43,5 ct/kWh
3Rumänien41,9 ct/kWh
4Deutschland41,2 ct/kWh
5Dänemark38,1 ct/kWh
6Italien37,8 ct/kWh
7Zypern37,4 ct/kWh
8Tschechien32,1 ct/kWh
9Lettland30,5 ct/kWh
10Litauen28,1 ct/kWh
11Schweden26,7 ct/kWh
12Österreich26,5 ct/kWh
13Irland24,8 ct/kWh
14Finnland23,8 ct/kWh
15Griechenland23,3 ct/kWh
16Frankreich23,2 ct/kWh
17Estland21,6 ct/kWh
18Portugal20,7 ct/kWh
19Luxemburg20,1 ct/kWh
20Norwegen19,9 ct/kWh
21Slowenien19,2 ct/kWh
22Slowakei18,9 ct/kWh
23Spanien18,2 ct/kWh
24Polen17,7 ct/kWh
25Island15,5 ct/kWh
26Kroatien14,8 ct/kWh
27Malta12,6 ct/kWh
28Ungarn11,6 ct/kWh
29Bulgarien11,4 ct/kWh
Quelle: Eurostat Strom in EU | Jan 2024

 

Entwicklung der Strompreise im Europa-Vergleich, 10 Jahre

Chart Strompreise Europa 10 Jahre Verlauf

Mitte 2023 betrug der durchschnittliche Strompreis in Europa 28,9 Cent pro Kilowattstunde [Cent|kWh] für private Verbraucher, eine Steigerung von 28 % gegenüber dem Durchschnittspreis von 22,5 Cent|kWh vor 10 Jahren. Am stärksten sind die Strompreise in diesem Zeitraum in Niederlanden [+296 %], Rumänien [+225 %] und Lettland [+165 %] gestiegen. In Deutschland wurden schon sehr lange hohe Strompreise gezahlt. Die Strompreise erhöhten sich hierzulande in den letzten 10 Jahren genau so wie im EU-Durchschnitt. Der Kostenanstieg in Frankreich betrug 22 % und in Dänemark 15 %. Nur sehr leicht stiegen die Preise in Kroatien [+4 %].

Die größten Entlastungen beim Strompreis im 10-Jahres-Verlauf wurde für Haushalte in Spanien [-34 %] und auf Irland [-23 %] ermittelt.

Entwicklung der Strompreise in Europa, 12 Monate

In diesen EU-Ländern sind die Strompreise am stärksten gestiegen [2022-2023]

Zwischen 2022 und 2023 verteuerten sich die Strompreise in Europa um durchschnittlich 1,8 % von 28,4 Cent auf 28,9 Cent pro Kilowattstunde. Am stärksten stiegen die Strompreise in den Niederlanden [+252 %], Tschechien [+87 %] und Deutschland [+23 %].

Hier sind die Strompreise 2023 in Europa gesunken

In einigen Ländern Europas sind die Strompreise 2023 aber auch gesunken. Der größte Preisverfall war in Spanien [-46 %] zu verzeichnen. Ebenfalls gesunkene Strompreise für 2023 wurden aus Dänemark [-35 %], Irland [-23 %] und Estland [-19 %] gemeldet.

Besonderheiten zur Strompreisentwicklung in den Ländern [Subventionen, Energiekrise]

Grafiken und Charts zum Download: Was kostet Strom in Europa?

Warum sind die Strompreise in Europa so unterschiedlich?

Ranking Länder, Strompreise in Europa, EU Strompreis Tabelle

Der Strompreis in Europa hängt von einer Reihe unterschiedlicher Faktoren ab, einschließlich der geopolitischen Lage, des nationalen Energiemixes, der Steuern und Netzkosten sowie der Umweltschutzkosten. Die Preise für Energiebeschaffung sind in den letzten 2 Jahren rasant gestiegen und die Verbraucher werden von den Regierungen unterschiedlich hoch entlastet. Diese Veränderungen zeigen sich besonders im Steueranteil.

Der Steueranteil am Gesamtpreis sank von 36,1 % in 2014 auf 15,5 % bis zum zweiten Halbjahr 2022, was auf die Maßnahmen zur Verringerung der Stromkosten für Haushalte in der EU während der Energiekrise zurückzufüren ist. Diese Maßnahmen wurden im ersten Halbjahr 2023 schrittweise reduziert, was zu einem Anstieg des Steueranteils auf 19,2 % führte.

Strompreise Europa: So hoch sind Steuern und Abgaben

Den größten innereuropäischen Unterschied verursachen Steuern und Abgaben. Im EU-Durchschnitt lag der Steueranteil im 1. Halbjahr 2023 bei 19,2 % [5,5 ct|kWh], ein Anstieg um 49 % im Vergleich zu 2022, was hauptsächlich auf Veränderungen bei Zulagen und Subventionen zurückzuführen ist.
Die Steuern variieren von Land zu Land und waren mit 49 % in Polen am höchsten, gefolgt von Zypern mit 38 % und Schweden mit 33 %. In Deutschland, wo die staatlich veranlassten Preisbestandteile jahrelang mehr die Hälfte des Preises ausmachten, ist der Steueranteil auf 28 % gesunken [Details 2022/2023]. In einigen Ländern wurden „negative Steuern“ erhoben, also der Strom von den Regierungen subventioniert. Am stärksten vielen die Subventionen in Irland aus, wo der Staat 82 % des eigentlichen Strompreises übernahm, gefolgt von Luxemburg, das seinen Bürgern die Hälfte der Stromkosten abnahm bis hin zu Portugal, das den Strom immerhin noch mit 44 % bezuschusste. Der durchschnittliche Satz für die Mehrwertsteuer in der EU betrug 14 % des Gesamtpreises und reichte von 4,8 % in Malta bis 21,3 % in Ungarn.

Mehr zur Strompreiszusammensetzung in Deutschland

Europäische Strompreise im Vergleich zum Einkommen

EU-Länder mit der höchsten Stromrechnung nach Kaufkraft

  1. Rumänien
  2. Zypern
  3. Niederlande

Die Strompreise sind in den letzten Jahren in fast allen Ländern Europas gestiegen. Doch neben dem Preis für die Kilowattstunde gibt es auch erhebliche Unterschiede beim Einkommen, das den Menschen zur Verfügung steht. Um einen besseren europäischen Vergleich zu ermöglichen, gibt es die fiktive Währung KKS, den Kaufkraftstandard. Dabei wird das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf der Bevölkerung unter Berücksichtigung weiterer Faktoren in eine gemeinsame fiktive Währung  [KKS] umgerechnet.

Laut der europäischen Statistik wurden die Länder in sechs Kategorien gruppiert, von über 26,9 KKS pro 100 kWh bis unter 15,3 KKS pro 100 kWh. Setzt man also die Stromkosten in Relation zur Kaufkraft, waren im vergangenen Jahr Rumänien [76 KKS], Zypern [41 KKS] und den Niederlanden [40 KKS] die Länder mit dem teuersten Strom, gefolgt von Italien und Belgien [beide 39 KKS]. Die im Vergleich niedrigsten Strompreise nach Kaufkraftstandard gab es auf Island [11 KKS], auf Malta [14 KKS] und in Luxemburg [15 KKS]. In Deutschland müssen 37 KKS pro Kilowattstunde Strom bezahlt werden.

Was ist der Kaufkraftstandard?

Der Kaufkraftstandard, abgekürzt KKS, ist eine künstliche Währungseinheit. Theoretisch kann 1 KKS in jedem Land die gleiche Menge an Waren und Dienstleistungen kaufen. Preisunterschiede über Grenzen hinweg bedeuten jedoch, dass je nach Land unterschiedliche Mengen an nationalen Währungseinheiten für dieselben Waren – wie zum Beispiel 100 Kilowattstunden Strom – benötigt werden. KKS kann als Wechselkurs gegenüber dem Euro interpretiert werden.

Strompreise für Gewerbe und Unternehmen im Europa-Vergleich

Laut Eurostat mussten Unternehmen und Gewerbekunden* in Rumänien mit 38,0 Cent pro Kilowattstunde die höchsten Strompreise in Europa im Jahr 2023 zahlen, gefolgt von Irland [35,6 Cent] und der Slowakei [34 Cent]. Den niedrigsten Preis für die Kilowattstunde Strom zahlten Unternehmen in Island [8,9 Cent], Norwegen [11,2 Cent] und Schweden [12,3 Cent]. Deutschland, jahrelang teuerstes Stromland für Unternehmen, lag mit 24,8 Cent pro Kilowattstunde leicht unterhalb des EU-Durchschnittspreises von 24,2 Cent.

Der durchschnittliche europäische Strompreis für Unternehmen ohne Steuern [nur Stromerzeugung & Netzgebühren] lag im europäischen Durchschnitt bei 21,7 Cent pro Kilowattstunde.

*Mittlere Unternehmen und Industriekunden mit einem Jahresverbrauch zwischen 20 MWh und 500 MWh. Preis ohne Mehrwertsteuer und andere rückerstattbare Steuern und Gebühren.

Die teuersten Stromländer für Unternehmen in Europa

PlatzLandStrompreis
1Rumänien38,0
2Irland35,6
3Slowakei34,0
4Kroatien33,5
5Ungarn32,6
6Zypern29,7
7Italien29,2
8Niederlande28,7
9Frankreich28,0
10Griechenland27,2
11Luxemburg26,0
12Österreich25,9
13Belgien25,9
14Tschechien25,1
15Deutschland24,8
EU Ø24,2
16Polen24,1

Strompreise in Europa Tabelle – Entwicklung 10 Jahre

Land | Jahr20142015201620172018201920202021202220231 Jahr10 Jahre
Strompreise Europa22,5 ct22,6 ct22,8 ct23,3 ct24,3 ct24,6 ct24,3 ct26,4 ct28,4 ct28,9 ct1,8 %28,4 %
Strompreise Belgien21,6 ct25,3 ct31 ct32,7 ct31,8 ct31 ct29,4 ct31,6 ct44,9 ct43,5 ct-3,1 %101,4 %
Strompreise Bulgarien9 ct9,6 ct9,5 ct9,8 ct10 ct9,9 ct10,2 ct11 ct11,5 ct11,4 ct-0,6 %26,7 %
Strompreise Dänemark33,1 ct33,3 ct33,4 ct32,5 ct33,9 ct31,7 ct30,7 ct36,9 ct58,7 ct38,1 ct-35,1 %15,1 %
Strompreise Deutschland32,3 ct32,1 ct33 ct33,6 ct33,4 ct32,4 ct33,4 ct35,9 ct33,6 ct41,2 ct23 %27,9 %
Strompreise Estland13,6 ct13,3 ct12,7 ct13,5 ct14,6 ct14,7 ct14,2 ct19,3 ct26,5 ct21,6 ct-18,5 %58,8 %
Strompreise Finnland20 ct20 ct20,7 ct21,9 ct23,4 ct24,6 ct24,3 ct24,9 ct24,7 ct23,8 ct-3,8 %19 %
Strompreise Frankreich19 ct18,7 ct18,9 ct20,1 ct21,1 ct22,3 ct23,3 ct24 ct22 ct23,2 ct5,3 %22,1 %
Strompreise Griechenland17,8 ct18,1 ct17,5 ct16,6 ct17,1 ct16,1 ct17,1 ct20,1 ct24,4 ct23,3 ct-4,4 %30,9 %
Strompreise Irland32,1 ct30,7 ct29,8 ct30,2 ct32,7 ct31,7 ct31,4 ct38 ct32,3 ct24,8 ct-23,1 %-22,7 %
Strompreise Italien21 ct21,3 ct21,3 ct22,4 ct23,4 ct25,2 ct24,8 ct26,7 ct36,4 ct37,8 ct3,8 %80 %
Strompreise Kroatien14,3 ct14,1 ct14,4 ct13,3 ct14,2 ct14,2 ct14 ct14 ct14,8 ct14,8 ct0,1 %3,5 %
Strompreise Lettland11,5 ct16,6 ct16,6 ct16,4 ct15,8 ct17,4 ct18,1 ct19,3 ct29,9 ct30,5 ct1,9 %165,2 %
Strompreise Litauen13,4 ct12,6 ct11,9 ct11,2 ct11,1 ct12,8 ct13,4 ct15 ct24,3 ct28,1 ct15,7 %109,7 %
Strompreise Luxemburg18,9 ct19,2 ct18,6 ct18,9 ct20 ct21,4 ct23,6 ct23,3 ct20,4 ct20,1 ct-1,6 %6,3 %
Strompreise Malta14,5 ct14,6 ct14,6 ct14,8 ct14,9 ct14,9 ct15 ct15,2 ct12,8 ct12,6 ct-1,9 %-13,1 %
Strompreise Niederlande12 ct13,5 ct11,2 ct10,5 ct12,4 ct18,3 ct4,9 ct5,5 ct13,5 ct47,5 ct251,9 %295,8 %
Strompreise Norwegen25,4 ct22,5 ct24,6 ct24,1 ct27,7 ct26,2 ct21,4 ct31,1 ct23 ct19,9 ct-13,5 %-21,7 %
Strompreise Österreich23,1 ct23,9 ct24,5 ct23,4 ct24,1 ct24,5 ct25,7 ct27,9 ct23,7 ct26,5 ct11,8 %14,7 %
Strompreise Polen14,9 ct15 ct14,3 ct15,9 ct15,3 ct14,7 ct16,3 ct17,4 ct16 ct17,7 ct10,3 %18,8 %
Strompreise Portugal24,2 ct24,8 ct25 ct24,4 ct25,2 ct24,2 ct23,7 ct23,8 ct22,2 ct20,7 ct-6,8 %-14,5 %
Strompreise Rumänien12,9 ct13,4 ct12,6 ct13,1 ct13,3 ct14,2 ct14,6 ct16,3 ct34,1 ct41,9 ct22,8 %224,8 %
Strompreise Schweden21,6 ct20,9 ct22 ct22,5 ct23,7 ct23,9 ct22,1 ct28,7 ct27,4 ct26,7 ct-2,6 %23,6 %
Strompreise Slowakei17,2 ct17,5 ct17,9 ct16,8 ct16,8 ct18,2 ct19,5 ct18,4 ct18,8 ct18,9 ct0,3 %9,9 %
Strompreise Slowenien19,3 ct19,6 ct19,9 ct19,8 ct20,3 ct20,4 ct20,8 ct21,2 ct19,6 ct19,2 ct-1,8 %-0,5 %
Strompreise Spanien27,6 ct28,5 ct27,9 ct26,9 ct30,4 ct29,5 ct29 ct32,7 ct33,5 ct18,2 ct-45,7 %-34,1 %
Strompreise Tschechien18,3 ct18,6 ct18,8 ct19,8 ct21,1 ct23,4 ct23,7 ct24,4 ct17,2 ct32,1 ct86,5 %75,4 %
Strompreise Ungarn11,9 ct11,9 ct11,7 ct11,8 ct11,4 ct11,1 ct10,2 ct10,2 ct10,8 ct11,6 ct7 %-2,5 %
Strompreise Zypern23,5 ct18,3 ct16,2 ct18,7 ct23,1 ct23,6 ct18,4 ct24,5 ct32,6 ct37,4 ct14,7 %59,1 %

Besonderheiten zur Strompreisentwicklung in den einzelnen Ländern Europas

Die Regierungen der Länder Europas haben unterschiedliche Maßnahmen zur Preissenkung in den letzten Jahren implementiert, um Haushalts- und Industriekunden in der Energiekrise zu entlasten. Die Maßnahmen wurden zum Teil wieder rückgänging gemacht. Wir bieten einen vereinfachten Überblick über die Förderungen. Sollten wir wichtige Subventionen oder Kürzungen übersehen haben, bitten wir um eine kurze E-Mail an info |ät| strom-report.de

Strompreise Belgien: Seit November 2022 bis März 2023 erhielten belgische Stromkunden bedingt eine finanzielle monatliche Unterstützung von 61 €. Bei Gas- und Strompreisen für Haushalte blieb die Mehrwertsteuer bei 6 %.

Strompreise Bulgarien:Die bulgarische Regierung verlängerte das Programm zur Unterstützung von Nicht-Haushaltskunden in Form einer monatlichen Vergütung, die für jeden einzelnen Kunden berechnet wird bis in die Monate Januar bis März 2023.

Strompreise Tschechien: Tschechien hält auch im gesamten Jahr 2023 an den Preisobergrenzen fest. Ab dem 1. Januar zahlen Haushalte, Selbstständige und Kleingewerbe für sogenannten “Powerstrom” maximal 5.000 Kronen pro Megawattstunde [exkl. MwSt.] auf 100 Prozent ihres Jahresverbrauchs [ca. 20 Cent pro kWh]. Auf der Niederspannungsebene werden die Preise auch für kleine, mittlere und große Unternehmen vollständig gedeckelt. Bei Hoch- und Höchstspannung werden die Preise nur bis 80 Prozent des höchsten Monatsverbrauchs der letzten fünf Jahre gedeckelt.

Strompreise Dänemark: Dänemark entlastete Haushaltskunden bei der Stromsteuer in den ersten 6 Monaten des Jahres. Im erste Halbjahr 2023 betrug die Stromsteuer deshalb nur 0,008 DKK pro kWh [0,0011 Cent]. Normalerweise beträgt diese Steuer etwa 0,90 DKK pro kWh [12 Cent].

Strompreise Irland: Wegen der seit 2022 stark gestiegenen Energiepreise hat auch Irland Maßnahmen zur Entlastung der Endverbraucher eingeführt. Stromkunden erhielten in 2022 und 2023 Gutschriften, um die Stromkosten zu senken. Die Zahlung 2023 teilten sich wie folgt auf: Januar/ Februar 2023: 200 €, März/April 2023: 200 €, zw. Dezember 2023 und März 2024 gab es 3 Gutschriften von je 150 €.

Eine weitere Maßnahme zur Bekämpfung der steigenden Energiekosten war die Senkung der Mehrwertsteuer von 13,5 % auf 9 % ab dem 1. Mai 2022, die bis Oktober 2024 verlängert wurde.

Strompreise Griechenland: Griechenland zahlte Haushalten einen Zuschuss zu den Stromkosten, der für jeden Monat und je nach monatlichem Verbrauch unterschiedlich war: Im Januar betrug die Entschädigung 330 € für den Verbrauch von 0-500 kWh, 280 € für 501-1000 kWh Verbrauch, 190 € für >1001 kWh. Im Februar und März wurden 40 € für einen Verbrauch von 0-500 kWh und im April, Mai und Juni 15 € für einen Verbrauch von 0-500 kWh als Unterstützung gezahlt.

Es gab einen zusätzlichen Zuschuss zwischen 15 und 50 €/MWh, wenn der Verbrauch im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 15 % gesunken war.

Strompreise Spanien: Die Maßnahmen der spanischen Regierung zur Senkung der Strompreise im Jahr 2023 konzentrierten sich auf die Anwendung ermäßigter Sätze für Endverbraucher bei „Steuern, Gebühren und Abgaben“, wie z. B. der Mehrwertsteuer und Sonderstromsteuer.

Strompreise Frankreich: In Frankreich war 2023 der Anstieg der Strompreise für Privathaushalte, die in regulierten Tarifen waren, auf 15 % begrenzt [inklusive Steuern]. Für kleine und mittlere Unternehmen, die nicht von regulierten Tarifen profitieren, dämpft der französische Staat die Stromrechnung mit Zuschüssen von bis zu zwei Millionen [Mengen- und Preisobergrenzen regeln die Subventionen].

Strompreise Niederlande: Um die Folgen steigender Energiepreise für Endverbraucher abzumildern gewährte die Niederlande im Jahr 2022 allen Stromverbrauchern einen Zuschuss. Zusätzlich sank der Mehrwertsteuersatz von 21 % auf 9 %. Das senkte die Strompreise in der Energiekrise enorm. Diese steuerlichen Entlastungsmaßnahmen aus dem Jahr 2022 wurden im Jahr 2023 nicht fortgeführt, was zu einem starken Preisanstieg im Vergleich zum Vorjahr führte. Für 2023 wurde eine Preisobergrenze für die Haushaltsstrompreise festgelegt, die zum Zeitpunkt der gemeldeten Preisen noch nicht implementiert war. Die oben abgebildeten durchschnittlichen Preise liegen daher über der Preisobergrenze und um einiges höher, als die Preise bei Einführung wären. Als weitere Unterstützungsmaßnahme bei den Strompreisen erhalten Geringverdiener (<120 % des sozialen Mindesteinkommens) als Zuschuss einen Pauschalbetrag von 1.300 €.

Strompreise Österreich: Um die Strompreise in der Energiekrise zu senken, wurde in Österreich die Stromumlage vom 1. Mai 2022 bis zum 31. Dezember 2023 von 0,015 €/kWh auf 0,001 €/kWh gesenkt. Zusätzlich wurde für bestimmte Lastprofile [H, G und L] der Energiepreis auf 10 Cent/kWh begrenzt [bis 2.900 kWh pro Jahr, gilt bis zum 30. Juni 2024]. Haushalte ab 4 Personen erhalten zusätzliche Unterstützung, die in 3 Teilbeträgen und pro Haushaltsmitglied in Höhe von je 52,50 € ausgezahlt wird. Zudem erhalten Haushaltskunden einen Gutschein über 150 € für den Energiekostenausgleich. Darüber hinaus wurden die Netztarife für Haushalte mit geringem Einkommen vom 1. Januar 2023 bis zum 30. Juni 2024 um bis zu 75 % reduziert. Mehrere österreichische Provinzen bieten ihren Einwohnern zusätzliche finanzielle Unterstützung bei den Strompreisen an.

Strompreise Portugal: Die Regierung in Portugal hat eine Senkungen der Netzzugangstarife für alle Spannungsebenen beschlossen und den sogenannten Iberischen Mechanismus zur Begrenzung der Strompreise eingeführt, der seit dem 15. Juni 2022 angewendet wird. Der iberische Mechanismus ermöglicht die Festlegung eines Referenzpreises für das zur Stromerzeugung verbrauchte Erdgas, auf dessen Grundlage ein deutlich niedrigerer Börsenstrompreis auf dem iberischen Strommarkt erzielt wird [MIBEL].

Strompreise Finnland: Die finnische Regierung hat mehrere Maßnahmen zur Energiekostensenkung eingeführt, die bis zum 30.4.2023 galten. Die Mehrwertsteuer auf Strom wurde von 24 % auf 10 % gesenkt. Zudem wurde ein nachträglicher Stromabrechnungsausgleich gezahlt, wenn der Strompreis inklusive Mehrwertsteuer im Haushaltsstromvertrag 10 Cent pro Kilowattstunde überstieg. Die Stromkostenentschädigung betrug 50 % der Stromrechnung inklusive Mehrwertsteuer [exkl. Netzentgelte und Stromsteuer]. Die Entschädigung durfte 700 € pro Monat nicht überschreiten.

Einige Maßnahmen werden aus Abrechnungsgründen erst in den Jahresendwerten berücksichtigt, weshalb die tatsächlichen Strompreise niedriger sind als die hier abgebildeten. Dazu gehört ein steuermindernder Ausgleich/ Stromkostenzuschuss bei Geringverdienern.

Strompreise Schweden: Die in den Jahren 2021 und 2022 gewährten Entschädigungen bei den Strompreisen für Haushaltskunden wurden im Jahr 2023 nicht fortgesetzt.

Strompreise Island: Island ist ein unabhängiger Produzent von Wärme und Strom. Geheizt wird im Allgemeinen mit Geothermie. Der gesamte Strom im Land wird in Wasserkraftwerken im Land erzeugt und Islands Stromnetz ist nicht mit Europa verbunden. Die Strompreise steigen daher in Island nicht wie in vielen anderen Ländern. Die Regierung hat keine Maßnahmen zur Senkung der Energiepreise erlassen, da es keine Notwendigkeit gab.

Strompreise Norwegen: Die norwegische Regierung hat ab Dezember 2021 eine vorübergehende Stromförderung eingeführt, bei dem alle Haushalte eine Unterstützung pro verbrauchter kWh Strom erhalten. Diese Maßnahme wird voraussichtlich mindestens bis Ende 2024 dauern und reduziert die Stromrechnung in allen Monaten, in denen der Großhandelspreis für Strom einen bestimmten Schwellenwert überschreitet.

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Stromwechsel

Der Stromwechsel 2024 spart 29 % Stromkosten.

Photovoltaik

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Das Dossier beleuchtet die Entwicklung der Strompreise in Europa bis 2023 für private Verbraucher und Unternehmen. Die Preise für Haushaltskunden enthalten Steuern und Abgaben und wurden für einen Jahresverbrauch zwischen 2.500 und 5.000 Kilowattstunden ermittelt. Die Strompreise für Unternehmen enthalten alle nichterstattungsfähigen Steuern und Abgaben und beziehen sich auf einen Verbrauch zwischen 500 MWh und 2.000 MWh. Alle Daten wurden von Eurostat publiziert.